Staufen Direttissima – unterwegs auf vergessenen Pfaden

Am vergangenen Wochenende bot sich für die Teilnehmer der „Staufen Direttissima“ eine besondere Gelegenheit: eine außergewöhnliche Route auf den Hochstaufen (1.771 m) – abseits der bekannten Wege.

Christian kennt hier einen Steig, den man in keiner Karte findet. Entsprechend selten wird er begangen – und ohne Ortskenntnis wohl kaum zu entdecken.

Start war am Wanderparkplatz in Nonn. Zunächst ging es gemütlich über die Forststraße, bevor wir auf den Goldtropfsteig einbogen und weiter durch den Wald aufstiegen. Nach rund 600 Höhenmetern erreichten wir die Grenze und querten in Richtung Wandabbruch. Der vergangene Winter hatte hier deutliche Spuren hinterlassen – der ohnehin schon geröllige Zustieg war entsprechend anspruchsvoll.

In einer unscheinbaren Kurve war Schluss mit dem „offiziellen“ Weg: Stöcke wurden verstaut, und wir stiegen in wegloses Gelände ein. Von hier an führte die Route über Felsen, schmale Grate und steile Grasmatten stetig nach oben – immer mit dem Gefühl, sich in einer ganz eigenen, ruhigen Welt zu bewegen.

Etwas unterhalb des Gipfels verließen wir kurz unsere Linie und machten einen Abstecher zur schwarzen Staufenmadonna. Sie erinnert an die beiden Hüttenwirte des Reichenhaller Hauses, die vor vielen Jahren einem Verbrechen zum Opfer fielen. Auch ein kleines, schon recht altes  Wandbuch befindet sich hier – erstaunlich wenig beschrieben für diesen besonderen Ort.

Zurück auf unserer Route ging es weiter nach oben, bis wir schließlich direkt unterhalb des Reichenhaller Hauses aus den Latschen herauskamen. Die letzten Meter nahmen wir über die rechte Gipfelflanke – und standen wenig später am Gipfel.

Dort dann ein ganz anderer Eindruck: zahlreiche Wanderer, die den Hochstaufen auf den klassischen Wegen erreicht hatten. Kaum zu glauben, dass wir in den Stunden zuvor außer ein paar Gämsen niemandem begegnet waren.

Ein besonderer Tag, eine stille Route und viele Eindrücke –

schee war’s.