Viel Spaß beim Deutschen Alpenverein
Sektion Laufen

 

        Veranstaltungen

Jubilare im Jubiläumsjahr des Alpenvereins

Stubnblechmusi (Foto: Chr. v. Hake)

Der Chorraum des Laufener Kapuzinerhofs war bis auf den letzten Platz belegt. Anlass waren die Ehrungen der langjährigen Mitglieder des Alpenvereins Laufen. Seit 25, 40, 50, 60 und 70 Jahren hielten die Bergfreunde dem Deutschen Alpenverein schon die Treue, der selbst einen Tag vorher seinen 150. Geburtstag beging. Dass dies keine Selbstverständlichkeit mehr ist, stellte Vorsitzender Markus Lichtmannegger in seinen einleitenden Worten fest, denn heutzutage wird zumeist je nach Bedarf in den Verein ein- oder ausgetreten, um die damit verbundenen Vorteile einer Mitgliedschaft in Anspruch zu nehmen. Derweil sind es ja die Mitglieder, die den Verein mit Leben füllen und sei es nur durch die finanzielle Unterstützung anhand des Mitgliedsbeitrags, und erst recht mit dem Besuch der Hütte und der Teilnahme an Touren und Veranstaltungen, so Lichtmannegger. Schließlich werde damit auch das Engagement der Ehrenamtlichen entsprechend gewürdigt, die sich seit jeher alljährlich viel Mühe geben, sei es als Tourenleiter/in, Hüttendienstler, Wegeerhalter, in der Vorstandschaft und all diejenigen, die ganz ohne Amt und Funktion einfach kämen, sich einbringen und mithelfen würden.

30 Jubilare waren der Einladung der Sektion gefolgt und nahmen Ehrenabzeichen und eine Flasche Wein entgegen. Für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit überreichten Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani und Schriftführerin Rosmarie Kaiser zusammen mit dem Vorsitzenden zudem noch ein Rupertikörberl.  

Gewitzt spielten und sangen die sechs jungen Musikanten der Stubnblechmusi zwischen den Ehrungen auf, begeisterten die knapp 70 Anwesenden und sorgten für den würdigen Rahmen des Abends.

Im Anschluss bat der Vorsitzende um ebenso zahlreiche Teilnahme am Vereinsausflug nach Innsbruck zusammen mit den Burgkirchner Bergfreunden und lud zudem zur Bergmesse am 7. Juli bei der Laufener Hütte ein. (ml)

Fotos: Hannes Höfer

25 Jahre:v.l.n.r. Peschl Christina, Kaiser Michael, Luginger Evelyn, Kittl Thomas, Pertl Anton, Öttl Martin, Lutz Feiler

 

 

 

 

 

40 Jahre: v.l.n.r. Fritsch Michael, Fritsch Siegfried, Schmid Josef, Kaiser Rosmarie, Schmid Rosa, Dr. Surrer Alois, Huber Christa, Schwangler Ernst, Kittl Christine, Huber Peter, Thanbichler Trude, Kittl JohannThanbichler Josef

 

50 Jahre: v.l.n.r. Fischer Siegfried, Brysch Rudolf, Huber Theresia, Lang Hans, Wengler Peter, Wirnsperger Günther

  

60 Jahre: v.l.n.r. Dobrzanski Reinhard, Brandstätter Rainer, Gleixner Gottfried, Fenninger Manfred

Gelungener erster Hüttenabend im Tal!

Am vergangenen Freitag stand anlässlich der Monatsversammlung beim Alpenverein Laufen zum ersten Mal ein sogenannter Hüttenabend auf dem Programm. Neu war nicht nur die thematische Ausrichtung und das Konzept, sondern zugleich auch der Veranstaltungsort.

Im Salettl des Laufener Strandbads am Abtsee traf man sich, um Geschichten und Bilder von einst unter die Leute zu bringen. In der Regel trägt Vortragsreferent Tom Mayr dafür Sorge, einen Lichtbildervortrag zu einem alpinen Thema zu organisieren, so waren aber diesmal vielmehr die Teilnehmer gefragt, den Abend mitzugestalten. Anhand mitgebrachter Fotos von einst, verbunden mit den dazugehörigen Geschichten und Anekdoten über das Vereinsleben, was sich vornehmlich um die  sektionseigene Laufener Hütte abgespielt hat, wurden die Anwesenden vortrefflich unterhalten.

Nach der Begrüßung durch den neuen Vorsitzenden Markus Lichtmannegger und einem kurzen Fazit zum vergangenen Solidaritätsmarsch am 7. April, es wurden 800km durch die Sektionsmitglieder erwandert, hatte sich Strandbadwirt Robert ins Zeug gelegt und im gemütlich rustikalen Salettl die Besucher  mit einem gefüllten Schweinebauch und allem was dazu gehört kulinarisch versorgt.

Anschließend wurde mit Christians extra eingerichteter Technik einleitend vom Vorsitzenden aus dessen Sammlung alte Ansichtskarten der Karalm und der Laufener Hütte gezeigt, die mit so mancher Besonderheit aufwarteten. So kam in diesem Zusammenhang zur Sprache, dass die Sektionshütte nach dem Krieg nicht unter der Betreuung der Laufner, sondern der Sektion Schärding stand. Beide Seiten waren aber froh, als ab dem Jahr 1948 die Verfügungsgewalt wieder durch die Oberbayern ausgeübt wurde.

Ehrenmitglied Siegi Fritsch wußte schließlich insbesondere von den ersten Hubschrauberflügen zu berichten und den damit oftmals sehr abenteuerlichen Transporten von Baumaterialen, da es damals die heute üblichen Transportbehältnisse, die am langen Seil unter dem Hubschrauber transportiert wurden, nicht gab. Auch der Wassermangel am Standort der Hütte sei stets ein Problem gewesen, denn bei Schönwetter standen zwar jeden Menge Bauarbeiter bzw. Maurer, aber kein Wasser zur Verfügung und bei Regenwetter war zwar genügend Wasser da, aber es fand sich keiner der zur Hütte aufstieg und die notwendigen Arbeiten erledigte. Zumal man damals noch nicht vom heutigen Parkplatz auf der Karhöhe losging, sondern vom Talort Abtenau, wo sich sogar irgendwann die Wirtschaften stritten, wer offizieller Stützpunkt für die Laufener Bergsteiger sein durfte, wusste Franz Lichtmannegger zu berichten, der extra aus dem Bayerischen Wald angereist war.

Schließlich war die Hütte früher im Winter durch aktiv betriebenen Schilauf und Kursen sogar mehr frequentiert als im Sommer und geschäftstüchtige Abtenauer die Schitouristen mit dem Pferdeschlitten vom Bahnhof in Golling abholten.  

Im weiteren Verlauf des Abends folgten noch viele Bilder von Mitgliedern, die zumeist aus deren Kindheit und Jugendzeit stammten und für so manche Erheiterung sorgten.

,,Am Ende der amüsanten Bilderschau saß man noch lange zusammen und weil Beisitzer Markus Edenhofer seine Ziach mitgenommen hatte, wurde mit dieser noch kurzweilig aufgespielt. Letztlich waren sich alle über die gute Idee dieses gelungenen Hüttenabends einig und es keine einmalige Veranstaltung bleiben soll.

Die kommende Monatsversammlung am 10. Mai, verbunden mit den Mitgliederehrungen, findet wie gewohnt im Chorraum des Kapuzinerhofs statt. (ml)

Franz Lichtmannegger erläutert anhand seiner mitgebrachten Bilder den interessierten Zuhörern, wie beschwerlich die Versorgung der Laufener Hütte Anfang der 60er Jahre war.

Du hast Spuren gelegt, denen wir gerne folgen“

Hannes Höfer wurde zum Ehrenvorsitzenden der DAV-Sektion Laufen ernannt

Laufen. Am Schluss gab es lang anhaltenden stehenden Applaus für Hannes Höfer, der soeben per Akklamation zum Ehrenvorsitzenden der Alpenvereinssektion Laufen ernannt wurde. 21 Jahre gehörte er der Vorstandsriege an, davon 18 Jahre als 1. Vorsitzender. In einer Laudatio würdigte sein Nachfolger Markus Lichtmannegger im Rahmen der Jahreshauptversammlung (wir berichteten) das lange und erfolgreiche Wirken des scheidenden Vorsitzenden.

Die Laufener Sektion ist ja kein Verein wie jeder andere, was allein schon durch die annähernd zweieinhalbtausend Mitglieder belegt ist. Denen Jahr für Jahr ein umfangreiches Programm anzubieten, den Verein organisatorisch und finanziell zu „verwalten“ und daneben noch die sektionseigene Laufener Hütte zu betreuen, das erfordert langen Atem und ein hohes Maß an Idealismus von den Ehrenamtlichen. 18 lange Jahre lenkte Hannes Höfer als Vorsitzender die Geschicke des Vereins, der den Vergleich mit einem mittelständischen Unternehmen nicht zu scheuen braucht. In einem gesunden Miteinander von Bodenständigkeit und Innovation führte er die Sektion in eine nachhaltige Zukunft.

Amüsiert folgt Hannes Höfer der Laudatio seines Nachfolgers Markus Lichtmannegger. In der Mitte Naturschutzreferent Hannes Krauss.

Es entspricht dem Wesen des scheidenden Vorsitzenden, dass er sich diese Erfolge nicht selbst zuschreibt oder mit dem Laudator gesprochen: „Es war nie Deine Art, Geleistetes als Dein Werk, Deinen Verein, Deine Hütte und so weiter hinzustellen. Es war Dir stets klar, dass der Erfolg viele Väter und Mütter hat und es ein Gemeinschaftswerk vieler Gleichgesinnter ist.“ Markus Lichtmannegger ließ „die Liste der vollbrachten Werke“ während Höfers Amtszeit Revue passieren: Hüttenumbau, Wiederbelebung des Passrucksteigs im Tennengebirge, Neubau einer Holzlege am Hüttenweg, Verwirklichung der Geschäftsstelle („Basislager“) im Alten Rathaus Laufen und die Beteiligung an der Kletterwand im Laufener Gymnasium. Daneben erinnerte Lichtmannegger an die alljährlich von Hannes Höfer organisierten „Heimwärtstouren“, bei denen er immer wieder vergessene Wege zur Laufener Hütte „aufspürte“. Wichtig sei Hannes Höfer die Kontaktpflege zu den Paten- und Nachbarsektionen gewesen, genauso zu den Lammertaler Freunden und den dortigen Bauern. „Ich will gar nicht alles wiederholen, denn wir wissen, was wir an Dir haben und werden es auch künftig nicht vergessen“, resümierte Markus Lichtmannegger. Symbolisch im Bild einer Schitour zeichnete der Laudator die Spuren des scheidenden Vorsitzenden nach: „Einer geht voraus und spurt, die anderen folgen. Der Spurende hat Verantwortung für die Richtung, die Neigung und die Sicherheit ‚seines‘ Weges, der einem oftmals viel Schweiß und Mühen abverlangt (…). Lieber Hannes, Du hast lange Zeit kraft- und verantwortungsvoll gespurt, aber nicht als der Übermann, dem alles leicht von der Hand geht, sondern als einer, der immer auch die anderen mitbeteiligen und mitentscheiden hat lassen. Deine Spur, der wir gerne gefolgt sind, endet nun auf eigenen Wunsch (…).“ Den Blick in die Zukunft gewandt, blieb der neu gewählte Vorsitzende im Bild: „Ich will versuchen, Deine Spur zu halten, aber auch darüber hinauszugehen und andere Wege zu beschreiten.“

Sichtlich gerührt nahm der langjährige „Vor-Wort-Schreiber“ die „Nach-Worte“ entgegen

Ein Abschiedsgeschenk hatten die Bergfreunde ihrem scheidenden „Chef“ selbstverständlich auch mitgebracht, nämlich „Nach-Worte“ in Form eines gebundenen Werkes. „Lieber Hannes, auf Deine „Vor-Worte“ im Programmheft war man jedes Jahr gespannt, waren sie doch amüsant und tiefsinnig zugleich. Zu Deinem Abschied haben wir mit unseren Nach-Worten den Spieß einfach mal umgedreht“, beschrieb Markus Lichtmannegger die Geschenkidee. Und dann gab es noch eine Überraschung: Einstimmig folgten die Sektionsmitglieder dem Vorschlag der Vorstandschaft, Hannes Höfer zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Sichtlich gerührt nahm der scheidende Vorsitzende die Ehrung entgegen. Emotional wurde es dann auch im Saal, als Markus Lichtmannegger am Ende des kleinen Festaktes aufforderte: „Liebe Bergfreunde, lasst nun euren Gefühlen freien Lauf und unseren Hannes mit einem würdigen Applaus hochleben!“ Die Besucher erhoben sich von ihren Plätzen und bedankten sich bei ihrem Ehrenvorsitzenden mit minutenlangen stürmischen Beifall.

Fotos und Text: Norbert Höhn

Mit lang anhaltenden Applaus bedankten sich die Versammlungsteilnehmer bei ihrem scheidenden Vorsitzenden

Markus Lichtmannegger neuer Vorsitzender der Alpenvereinssektion Laufen

Hannes Höfer übergibt nach 18 Jahren sein Amt in jüngere Hände

Sektion steuert auf das zweieinhalbtausendste Mitglied zu

Laufen. Eine Ära ging zu Ende bei der Laufener Sektion des Deutschen Alpenvereins. 18 Jahre stand Hannes Höfer an der Spitze des mitgliederstärksten Vereins der Salzachstadt, ehe er nun seinen „Ruhestand“ antrat. Zu seinem Nachfolger wurde bei der Jahreshauptversammlung Markus Lichtmannegger gewählt. In seiner Laudatio würdigte der neue Vorsitzende seinen scheidenden Vorgänger: „Lieber Hannes, Du hast uns allen gezeigt, wie man einen Verein führen kann und uns einen Weg bereitet, dem es zu folgen gilt.“ Neben der Neuwahl standen Berichte des Vorsitzenden und der Referenten auf der Tagesordnung.

Hannes Höfer: Letzter Rechenschaftsbericht nach 18 Jahren
  Wohlweislich hatte man diesmal den Saal des Leobendorfer Gasthauses als Veranstaltungsort gewählt, kamen doch weit über hundert Sektionsmitglieder und Freunde zur denkwürdigen Jahresversammlung. Ein letztes Mal begrüßte Hannes Höfer in seiner Funktion als 1. Vorsitzender die Besucher, unter ihnen zahlreiche Ehrengäste. In seinem Bericht hob er hervor, dass der Deutsche Alpenverein zu den wenigen Verbänden und Vereinen gehört, deren Mitgliederstand Jahr für Jahr zunimmt und als größter Bergsteigerverband der Welt inzwischen auf knapp 1,3 Millionen blicken kann. Dieser Trend sei auch bei der Laufener Sektion spürbar, deren Mitgliederstand sich kontinuierlich auf die Zweieinhalb-Tausender-Marke zubewegt. Im Bundesverband habe man die Zeichen der Zeit erkannt und eine Digitalisierungsoffensive gestartet, in die während der nächsten vier Jahre 9,25 Millionen Euro fließen sollen. Dies bedeute allerdings auch, dass sich die Abführungsbeiträge an den Hauptverein geringfügig erhöhen werden. Bei der vergangenen Hauptversammlung des DAV habe man sich zudem mehrheitlich darauf verständigt, dass das Fahren mit Berg-Pedelecs (E-Bikes) nicht Kernsportart des Vereins sei. In Konsequenz sollten die Sektionen das Aufladen von Radl-Batterien auf ihren Hütten untersagen. Höfer informierte, dass die Hauptversammlung 2019 in München stattfindet, wo vor 150 Jahren der Deutsche Alpenverein gegründet worden war. Zu den vielfältigen Jubiläumsaktivitäten zähle auch ein Buch mit 150 Tourenbeschreibungen, wobei eine davon auch von der Sektion Laufen ausgearbeitet worden sei und sich im Tennengebirge bewege. Bereits zum zweiten Mal sei die Sektion im vergangenen Herbst Gastgeber des Südbayerischen Sektionentages mit 80 Vertretern aus 125 südbayerischen DAV-Sektionen gewesen, was eine besondere organisatorische Herausforderung dargestellt habe. Hannes Höfer bedankte sich in diesem Zusammenhang bei seinem Stellvertreter Markus Lichtmannegger, der parallel zum Sektionentag die Ausstellung „Hoch hinaus“ organisiert hatte. Ein Thema, dass die Sektion seit einiger Zeit bewegt, sei der sogenannte Winterweg als gefahrlose Zugangsvariante zur Laufener Hütte. Gerade für Familien und ältere Leute wäre dieser Weg eine gute Alternative, so Höfer. Was das Herrichten und Beschildern dieses Wegabschnittes anbelangt, habe man allerdings bisher mit den zuständigen österreichischen Behörden noch keine Einigung erzielen können. Gleiches gelte auch für den Wunsch, das Grundstück, auf dem die Sektionshütte steht, zu erwerben. In beiden Angelegenheiten sei man jedoch optimistisch, was das Erreichen von Lösungen anbelange. Schriftführerin Rosmarie Kaiser listete die zahlreichen Veranstaltungen, Tagungen und Versammlungen auf, die das Sektionsjahr neben dem eigentlichen Tourenbetrieb mit sich brachte. Ob die Monatsversammlungen, meist verbunden mit Lichtbildervorträgen, Treffen und Feiern mit den Patensektionen, der Sektionsausflug ins Tegernseer Tal, die alljährliche Wallfahrt, diesmal zum Kolomann-Kircherl bei Tengling, die Teilnahme am Laufener Solidaritätsmarsch oder der Stand am Weihnachtsmarkt, es war auch im vergangenen Jahr viel los bei der Laufener Alpenvereinsfamilie. Großen Zuspruch fand das Schitourentreffen auf der Laufener Hütte, bei dem sich Schibergsteiger aus verschiedenen Sektionen begegneten. Auch die nähere Umgebung ist immer wieder Ziel von Unternehmungen. So stand eine Wanderung in der Weitwörther Au auf dem Programm, bei der man vom zuständigen Projektmanager interessante Details zur Umgestaltung dieses Gebietes erfahren hat.  Mitglieder der Vorstandschaft waren zudem noch als Delegierte bei zahlreichen Versammlungen vertreten, so bei der Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforste und des Sonntagshorns und bei den verschiedenen Sektionstagen „drent und herent“. Abschließend informierte Rosmarie Kaiser, dass die Sektion zum vergangenen Jahresende  2 356 Mitglieder umfasste. Es folgten die Berichte der Referenten für Jugend, Hüttenwesen, Ausbildung und Naturschutz (gesonderter Bericht). Gewohnt fachkundig und kurzweilig trug Kassierin Gabi Höfer-Jani ihr umfangreiches Zahlenwerk zu den Sektions-Finanzen vor. Mit viel „Herzblut“ verwaltet sie zusammen mit Evi Brüderl Sektionskasse, Hüttenkasse und Jugendkasse. Eine Aufgabe, die bei den bewegten Geldmengen schon fast an ein mittelständisches Unternehmen erinnert. So stellte sie zurecht fest: „Wir haben einen satten Kontostand - und das liegt vor allem daran, dass wir alle zusammen ehrenamtlich und unentgeltlich arbeiten.“ Gabi Höfer ließ auch zwei „wesentliche“ Einnahmen der Hüttenkasse nicht unerwähnt: 12,60 Euro aus dem Verkauf von Postkarten und drei Cent Zinsen. Großes Lob für die „Finanzministerin“ hatte Rainer Kaiser, der zusammen mit Walter Gaiser die Kasse geprüft hatte. Seinem Vorschlag zur Entlastung der Vorstandschaft folgten die Versammlungsteilnehmer einstimmig. Einen Lachsturm löste in diesem Zusammenhang die Einlassung von Heini Rettenbacher,2. Vorsitzender der befreundeten ÖAV-Sektion Lammertal, aus, der auf die Frage nach einem Grußwort kundtat: „Wia i euern Kassenbericht ghört hab, hot’s ma d‘ Red vaschlogn.“  Sprechen hingegen konnte 3. Bürgermeisterin Rosmarie Hainz, die in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Hans Feil die Grüße der Stadt Laufen überbrachte. Sie hob die Bedeutung des Ehrenamtes hervor und bedankte sich für das Engagement der Vereinsmitglieder vor allem im Bereich der Jugendarbeit.
Voller Saal in Leobendorf. Im Vordergrund die Wahlhelfer
Unter Leitung von Rosmarie Hainz wurden im Anschluss die turnusgemäß fälligen Neuwahlen zum Vorstand durchgeführt. Mit Markus Lichtmannegger wurde der bisherige 2. Vorsitzende einstimmig an die Spitze der Sektion gewählt und tritt damit die Nachfolge von Hannes Höfer an. Sein zukünftiger Stellevertreter ist Reinhard Huber. In ihren Funktionen bestätigt wurden Gabi Höfer-Jani als 1. Kassierin (sie bekleidet dieses Amt seit 1977!) und Rosmarie Kaiser als 1. Schriftführerin. Jugendreferentin bleibt weiterhin Veronika Margreiter, die von der Jugendvollversammlung gewählt und von der Mitgliederversammlung bestätigt wurde. Weiters wurden gewählt: Matthias Graspointner, 1. Hüttenwart, Karl Edenhofer, 2. Hüttenwart, Christian von Hake, Tourenreferent (neu), Thomas Mayr, Vortragsreferent, Hannes Kraus, Naturschutzreferent, Arno Hahnemann, Ausbildungsreferent, Anton Pertl, Wegewart, Evi Brüderl, 2. Kassierin, Petra Karg, 2. Schriftführerin. Zu Beisitzern / Beisitzerinnen wurden gewählt: Florian Pertl, Andreas Amann, Markus Edenhofer, Susanne Loreth (neu), Lars Reime (neu). Kassenprüfer bleiben weiterhin Rainer Kaiser und Walter Gaiser.  Das „letzte Wort“ hatte der scheidende Vorsitzende Hannes Höfer. Sein Dank galt allen, die ihn während seiner langen Amtszeit unterstützt haben, aber „18 Jahre als erster und davor drei Jahre als zweiter Vorsitzender sind genug. Vor allem aber braucht ein Verein immer wieder frische Kräfte und neue Impulse.“ Er versprach, dem Verein weiterhin, so gewünscht, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und wünschte dem neuen Team „alles Gute, viel Freude und ein erfolgreiches Engagement“.  

Fotos und Text: Norbert Höhn

Die neu gewählte Vorstandschaft der Sektion Laufen. Rechts oben 3. Bürgermeisterin Rosmarie Hainz

Skitourentreffen auf der Laufener Hütte

Letztes Wochenende fand wieder das Skitourentreffen auf der Laufener Hütte (1726m) im Tennengebirge statt. Über 40 Tourengeher von benachbarten Alpenvereinssektionen fanden sich auf der tiefverschneiten Selbstversorgerhütte ein. Durch die sehr guten Verhältnisse und bei bestem Wetter konnten die Tourengeher am Samstag und Sonntag verschiedene Touren im Tennengebirge unternehmen. Am Abend wurde bei bestem Essen noch lange gefeiert und manche Anekdote erzählt. Viele Teilnehmer wünschten sich von den Leitern des Treffens, Karin und Franz Geierstanger, dass auch nächstes Jahr das Treffen wieder stattfindet.

Franz Geierstanger

Training mit Lawinenausrüstung

Am 12. Januar führte die Alpenvereinssektion Laufen ein Training zum Thema Lawinen durch. Wegen der guten Schneelage, und ausreichenden Parkplätzen wurde in Kirchstein/Lampoding an der Lodronhalle geübt. Die Übungsleiter der Sektion konnten über 30 Teilnehmer begrüßen. In verschiedene Gruppen, je nach Kenntnis, wurde der Umgang mit den Verschütteten Suchgeräten (Piepser) sowie mit Sonde und Lawinenschaufel geübt. Auch das Thema Notfall und Erste Hilfe bei Lawinenunfällen wurde durchgegangen. Einige Gruppenmitglieder konnten auch in Fallbeispielen zum Beispiel eine Mehrfachverschüttung durchspielen. Es zeigte sich das die Lawinenverschüttetensuchgeräte der neuesten Generation erhebliche Vorteile bei der Suche bringen. Natürlich wurde darüber gesprochen wie Lawinenunfälle grundsätzlich zu vermeiden sind. Bei widrigem Wetter verging die Zeit trotzdem sehr schnell, der Leiter der Aktion Peter Schauer bedankte sich bei den mithelfenden Übungsleitern und bei allen Teilnehmern für das Aktive mitmachen. Mit der Hoffnung einige der Teilnehmer auch auf einer Sektionsskitour anzutreffen ging der Vormittag zu Ende.

Franz Geierstanger

Alpenverein am „Tiefpunkt“ des Landkreises

Sektion Laufen war Gastgeber des Südbayerischen Sektionentages – Von Digitalisierung bis Naturschutz, von Hütten bis E-Bikes

Wird der Deutsche Alpenverein mit der „Digitalisierungsoffensive“ zum Konzern umgebaut? Sollen die Mitglieder wieder mehr Vorrechte auf Hütten erhalten? Wie umgehen mit der Masse an Elektrorädern in den Bergen? Muss man mehr tun in Sachen Naturschutz? Die Themen gehen dem Alpenverein jedenfalls nicht aus. Über all das und vieles mehr diskutierten rund 75 Delegierte aus ganz Südbayern kürzlich in der Laufener Salzachhalle. Gastgeber dieses Südbayerischen Sektionentages war nach 16 Jahren wieder einmal die Sektion Laufen.

Von den 356 Sektionen des Deutschen Alpenvereins sind 125 in Südbayern beheimatet, darunter die beiden größten München und Oberland. Die Stimme des Südens hat Gewicht in diesem mit 1,24 Millionen Mitgliedern größten Bergsteigerverband der Welt. Entscheidungen fielen in Laufen nicht, denn die sind der kommenden bundesweiten Hauptversammlung in Bielefeld vorbehalten. Gleichwohl wurden an der Salzach die unterschiedlichen Positionen deutlich, und die Abstimmungen gaben zumindest ein Meinungsbild des Südens wider.

In den kommenden vier Jahren will der DAV neun Millionen Euro für eine Digitalisierungsoffensive ausgeben, in Folge sollen es zwei Millionen Euro pro Jahr sein. Damit würde sich der Betrag, den die Sektionen an den Hauptverband abführen müssen, um drei Euro pro Nase und Jahr erhöhen. Was für die einen ein Riesensprung nach vorne ist, ist für andere unnötig. Wie formulierte es ein Delegierter? „Wir brauchen ein Auto, aber bauen ein Raumschiff.“ Andere befürchten eine „Gleichschaltung der Sektionen“, eine „subtile Umstrukturierung“ in Richtung Konzern. Ein Problem dabei sind die großen Unterschiede zwischen den Sektionen. Es gibt viele mit wenigen hundert Mitgliedern, anderen haben bis zu 70 000.  

Mit 1. Januar 2017 stieg der Mindestbeitrag für ein A-Mitglied von 48 auf 51 Euro. Nun beantragten zwei Sektionen aus dem Norden diesen auf 65 Euro anzuheben. Dafür gab es in Laufen nicht eine Zustimmung. Die Hüttenumlage, also der Betrag, den nichthüttenbesitzende Sektionen abführen müssen, soll laut einem weiteren Antrag von vier Euro pro A-Mitglied auf acht verdoppelt werden. Die südbayerischen Sektionen können sich mehrheitlich eine Anhebung um zwei Euro vorstellen.

„Es gibt Konflikte zwischen Wanderern und Radfahrern“, gestand Vize-Präsident Roland Stierle in Laufen ein, „viele davon sind aber nicht im Deutschen Alpenverein.“ Wie also die erreichen? Der DAV hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Umweltministerium ein Projekt initiiert, und mit dem Tourismusverband und dem Fahrradherstellerverband eine probeweise Kooperation vereinbart. Das Ziel: „Die Nutzer sollen sich verstehen und wir wollen Verbote vermeiden.“ Besonders die Zahl der Elektroräder nimmt enorm zu, was vermehrt zu Unfällen bei ungeübten Radlern führt. Die Linie einiger Sektionen, auf AV-Hütten keine Ladestationen anzubieten, erachtet Beppo Maltan, Vorsitzender in Berchtesgaden und Mitglied des Verbandsrats, als „weltfremd“.

Stichwort Hütten: „Der AV hat die Mitgliederrechte in den letzten zehn Jahren sukzessive abgebaut“, beklagte Andi Mohr von der Sektion Oberland. Etliche Sektionen beantragen deshalb, die Möglichkeit der Vorreservierung für Nichtmitglieder und kommerzielle Anbieter einzuschränken. Weil es dazu aber Einigkeit zwischen dem deutschen, österreichischen und Südtiroler Alpenverein braucht, soll sich eine Arbeitsgruppe des Themas annehmen.

150 der 320 AV-Hütten verfügen derzeit über ein Online-Reservierungssystem. „Unsere große Vision: Alle Hütten online zu verwalten“, erklärte Vizepräsident Stierle, denn damit könne der Bergsteiger und Wanderer auf einen Blick erkennen, in welcher Hütte noch Platz sei. Das Ziel: „Weg von den überfüllten Gebirgshütten, hin zu weniger frequentierten Regionen.“

Nico Mailänder von der Sektion Bayerwald würde sich mehr öffentliches Engagement des DAV in Sachen Riedberger Horn wünschen. Kaum einer wisse, dass das umstrittene Areal der Zone A des Alpenplans weiterhin in Zone B eingestuft bleibe. Dass nun ein Speicherbecken in einem Moorgebiet gebaut werden soll, dazu fände sich nichts auf der Homepage des DAV. Der überlasse die Aktion dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bund Naturschutz. „Vielleicht will sich der DAV nicht mit der bayerischen Staatsregierung anlegen“, mutmaßte Mailänder und blickte auf die kommende Nachbarschaft zwischen DAV und CSU in München. „An unserer Position gibt es keinen Zweifel“, widersprach Stierle und verwies auf die Medien-Aktion „Danke Alpenplan“. Er fügte süffisant hinzu: „Wir haben keinen Streit mit der CSU, aber sie erleichtert uns das Leben nicht.“

Konkurrenz gibt es mit dem Deutschen Skiverband, denn der hätte gerne die Zuständigkeit in Sachen Skibergsteigen. Die aber will der DAV keinesfalls aufgeben. „Diese Kernsportart ist und bleibt beim DAV“, stellte Stierle unmissverständlich klar. Christine Diener vom DAV-Summit-Club warb für die Angebote an Sektionen. Der Summit-Club ist als Reiseveranstalter eine hundertprozentige Tochter des DAV. „Wir wollen weg von den 8000ern“ betonte die Produktmanagerin in der Salzachhalle, denn inzwischen würden Millionäre und Milliardäre von privaten Anbietern in kürzester Zeit auf den Mount Everest gebracht. Einen Großteil seiner Reisen wird der Summit-Club künftig ohne Flugzeug organisieren. „Mit Zug funktioniert‘s. Man muss es nur wollen.“ Bei den verbleiben Flügen würde die CO2-Belastung über eine Kooperation mit Atmosfair ausgeglichen.

Laufens Bürgermeister Hans Feil hatte die Delegierten in Laufen, „dem „Tiefpunkt des Landkreises Berchtesgadener Land“, begrüßt. Das Stadtoberhaupt blickte auf die bewegte Geschichte der Salzachstadt, die nachweislich 1270 Jahre alt sei und 1816 mit der Trennung ein ähnliches Schicksal wie später Berlin erleiden musste. Ein später „Sargnagel“ für die heute 7169 Einwohner zählende Stadt sei die Gebietsreform gewesen. Inzwischen aber gehe es wieder deutlich aufwärts. „Vielleicht hat ja diese positive Aufbruchstimmung eine positive Ausstrahlung“, schloss Feil.

Aufwärts geht es auch mit der Sektion Laufen. Die hat inzwischen über 2400 Mitglieder. Vorsitzender Hannes Höfer stellte den Delegierten zu Beginn Sektion und Laufener Hütte vor. Er bedankte sich bei seinen Mitorganisatoren und Helfern, die den ganzen Tag über die Gäste mit Butterbrezen, Kaffee, Tee, Gebäck und Getränken bewirteten, und sich um die nötige Technik kümmerten. Für Höfer selbst schließt sich mit dieser Tagung ein Kreis, denn kurz nach seinem Amtsantritt, im Jahr 2002, war die Sektion Laufen schon einmal Gastgeber des Südbayerischen Sektionentages gewesen. Nun, wenige Monate vor seinem Abschied als Sektionsvorsitzender, ein zweites Mal. Günther Manstorfer als Sprecher des Sektionentages lobte die Organisation und bedankte sich bei den Gastgebern: „Wir haben uns hier in Laufen sehr wohl gefühlt.“

Hannes Höfer

Christliche Tugenden für eine bessere Welt  

Das Kreuz als echtes „Ankerzentrum“ – Ökumenischer Gottesdienst bei der Laufener Hütte

Er wäre gerne ein christlicher konservativer Fundamentalist, erklärte etwas überraschend Eberhard Zeh an der Südseite der Laufener Hütte. Der evangelische Pfarrer erklärte freilich auch warum: Es geht ihm um ein konsequentes Leben christlicher Tugenden, um Mitgefühl, Mitleid, Sympathie und Nächstenliebe. Eines steht für Zeh außer Frage: Die alten christlichen Tugenden sind demokratische Tugenden, zusammengefasst in dem einen Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Nach fünf Jahren stand Eberhard Zeh erstmals ohne seinen Freund und katholischen Kollegen Simon Eibl am improvisierten Altar, um mit Laufener, Abtenauer und Burgkirchener Bergfreunden sowie vielen weiteren Gästen einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Zeh erzählte, dass ihm ob des Fehlens seines katholischen Pendants schon beim Hüttenabend zuvor Skepsis begegnet sei: „Gilt das dann schon?“, so war er gefragt worden. „Was soll ich sagen? Die Hostien sind katholisch, die Musi is‘ katholisch, die Helfer am Altar sind bis auf einen Quoten-Evangelischen katholisch … Es kann also nicht mehr viel passieren, und so eine evangelische Predigt duad eich dann a nix.“

Diese Predigt war – selbstverständlich – politisch. Für Zeh ist das Kreuz Jesu ein echtes „Ankerzentrum“, nicht selten dargestellt mit einem Anker am unteren Ende. Dreifach verankert mit Glaube, Hoffnung und Liebe sei der Mensch gehalten in einem Netz christlicher Tugenden. Für den Pfarrer das beste Mittel gegen Angst. Auch gegen Angstmacherei wie sie beispielsweise eine AfD betreibe, mit Fake-News und Tabubrüchen.

Für ein paar „Silberlinge“ – sprich zwei oder drei Prozent Wählerstimmen – würden andere Parteien solche Positionen übernehmen. Der frühere CSU-Politiker und bayerische Kultusminister Hans Maier habe dazu Wegweisendes gesagt: „Die christlichen Parteien sind auf die Menschenwürde verpflichtet, auf das Eintreten für die Verfolgten, …“ Maier hatte die „überwältigende Offenheit gegenüber Verfolgten und Vertriebenen“ im Jahr 2015 gerade in München erlebt. Nun aber herrsche ein Klima der Ängstlichkeit und des Kleinmuts.

„Nicht die Angreifer der Demokratie erscheinen als Problem“, so Zeh, „sondern die Opfer. Da läuft etwas dermaßen daneben.“ Ihn erinnere das an das Ende der Weimarer Republik, habe es doch damals in Deutschland keine „Nazi- sondern eine Judenfrage“ gegeben. Christliche Tugenden leben ohne Einschränkung, plädierte Zeh an die Gläubigen und an die Politik. „Haltet fest verankert was zusammengehört. Die Menschen, und auch das C und Bayern. Amen.“

Gott sei nicht von unserem Glauben abhängig, meint Zeh, ob katholisch, evangelisch oder andersgläubig. Und so bot der evangelische Pfarrer allen Besuchern Wein und Hostien. Musikalisch begleitet von den Jagdhornbläsern der Trachtenmusikkapelle Abtenau. Junge und alte Bergfreunde bevölkerten anschließend das sonnige Hüttenumfeld, aßen und tranken, ratschten und lachten. Bis es dann am Nachmittag galt Abschied zu nehmen. Ein Wiedersehen der Laufener mit den Abtenauer Bergfreunden wird es schon am 29. Juli bei deren Gsengalm-Messe geben.

Hannes Höfer

2195 Jahre beim Laufener Alpenverein

Ehrungen von 25 bis 70 Jahren – Anstecker, Wein und Wanderschirm für die Jubilare

Konrad Adenauer war Kanzler, Theodor Heuss Bundespräsident. Wer 1958 dem Alpenverein beitrat, der kann heuer auf eine 60-jährige Mitgliedschaft zurückblicken. So wie Franz Lichtmannegger und Siegfried Fritsch. Alljährlich im Mai lädt die Alpenvereinssektion Laufen ihre Jubilare ein zum Ehrenabend in den Kapuzinerhof. Heuer waren es in der Addition exakt 2195 Mitgliedsjahre von 25 bis zu 70 Jahren, die Schriftführerin Rosmarie Kaiser und Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani eingeladen hatten.  

Wenn olle einagangadn, gangadn ned olle eina“, scherzte Hannes Höfer in seiner Begrüßung, „denn dann hätten wir hier herinnen ein echtes Platzproblem.“ Der Vereinsvorsitzende äußerte Verständnis dafür, dass für so manches weit entfernt wohnende Mitglied die Fahrstrecke zu lang sei, dass sich Termine und Verpflichtungen überschneiden würden oder man aufgrund des Alters nicht mehr dabei sein könne. Dr. Gert Pauli aber ließ sich eigens von seinem Sohn aus München nach Laufen chauffieren, um die Ehrung für 70 Jahre entgegenzunehmen. Andere fuhren aus Hindelang, aus Deggendorf und Isen extra dafür an die Salzach.

Gefühlt vorgestern“, sagte Höfer über das Jahr 1993, das Beitrittsjahr der 25-Jährigen. Er warf zwischendurch die eine und andere Quizfrage in den Saal: Wer war Kanzler, wer Fußballmeister? Vor 40 Jahren, 1978, war Helmut Schmidt Kanzler. Und – nein: nicht Bayern München – sondern der 1. FC Köln wurde Meister.

Vor einem halben Jahrhundert schrieb man das heute wieder viel diskutierte 1968. Kurt Georg Kiesinger war Kanzler, Heinrich Lübke Bundespräsident. Es gab Proteste in Europa, in den USA machte die Bürgerrechtsbewegung Schlagzeilen. Zehn Jahre zuvor, 1958, leistete Elvis Presley seien Wehrdienst in Deutschland, Brasilien wurde Fußballweltmeister und der FC Schalke 04 deutscher Meister.

Höfer gratulierte den Jubilaren und bedankte sich für die Treue zum Verein. Er hoffte auf Zustimmung dafür, dass man bewusst auf eine musikalische Umrahmung verzichte, denn erfahrungsgemäß würden sich die Jubilare, die sich zum Teil lange nicht mehr gesehen hatten, lieber unterhalten als Musik zu hören. Und gerne alte Geschichten austauschen. Und genau so war es auch diesmal. An allen Tischen erzählte man sich von gemeinsamen Erlebnissen.

Eine Geschichte erzählte Hannes Höfer noch aus dem Jahr 1958: Zwei Amerikanern – Schoening und Kauffman – gelang erstmals die Besteigung des Hidden Peak, des „versteckten Berges“ im Karakorum. – höf

Sektionsschatzmeisterin Gabi Höfer-Jani mit dem 70-Jahre-Jubilar Dr. Gert Pauli.
60 Jahre in der Sektion Laufen: Franz Lichtmannegger (links) und Siegfried Fritsch.
50 Jahre Mitglied der Sektion Laufen. Von links: Stefan Schütz, Hans Pöllner, Brigitta Magg, Franz Augustin, Frieda Winter, Georg Huber, Xaver Degle und Liselotte Wrublick.
40 Jahre Mitglied. Von links: Karin und Günther Mitteregger, Ulrike Klawonn, Rainer Kaiser, Hildegard Krinke, Ingrid Schnugg und Hedwig Kern-Hackenberg.
25 Jahre Mitglied. Von links: Constanze Öllinger, Rosemarie Schaffner und Karl Hoffmann.